Theater

Am Anfang war das Theater. Origens Herz schlägt für die Bühne, die Musik, den Tanz, den Kult. Die thematische, zeitgenössische Kreation prägt die Programmierung. Das Sprachenspiel lebt in den Alpen und gehört auf die Bühne. Das Theater lehrt Welt zu gestalten. Es deutet, weitet, spiegelt das Leben. Im Bühnenspiel ereignet sich die Welt.

Totentanz

BÜHNEN

Origen spielt im historischen Bestand, im theaterfernen Raum, in Burgen, Scheunen, Schlössern, Kirchen, Hotelsälen. Die Commedia zieht von Dorf zu Dorf, durch die vielen Täler. Natürlich spielen wir in der grossen Landschaft, im riesigen Welttheater der Jahreszeiten, das alles trägt und birgt.

Hannibal

roma | Origens Herbstfestival

 

Der Herbst hält Einzug. Die Nächte werden kühler. Das Surses versinkt im Goldrausch der Lärchen. Es ist Zeit für Kultur.

In Riom erobert Händels Giulio Cesare die goldene Clavadeira und residiert im hölzernen Amphitheater. In der neuen Inszenierung muss der antike Feldherr Federn lassen. Ein bitterböser Kritiker zerpflückt die scheinbaren Grosstaten, spottet über das Liebesleben des Cäsaren und schafft zeitgenössische Parallelen zur antiken Biographie.

In Mulegns laden wir zu virtuosen Piano-Konzerten ins Hoteltheater. Der Pianist Dominic Chamot gestaltet zwei fein kuratierte Programme, die römisches Leben beleuchten, dem Krieg nachspüren, dem Spielen huldigen. 

In der Villa Carisch wird römisches Erbe gelehrt und dem Rätoromanischen gefrönt. Die Romanisch-Kurse starten mit einem neuen Grundkurs in Surmiran, komfortabel eingebettet in die Stuben der Villa Carisch.

In Savognin bleiben wir den venezianischen Spuren treu. Im Hotel Pianta erzählen wir von einer vergessenen Hoteldynastie und ihren schillernden Palästen am Canal Grande. Überhaupt ist Baukultur ein grosses Thema: Wir erzählen immer wieder gern von kargen Bauernhäusern, schmucken Zuckerbäckervillen und digitalen Wolkenkratzern.

A reveir an Surses.

Dominic Chamot

solo piano | herbst

 

Der virtuose Pianist Dominic Chamot gestaltet zwei fein kuratierte Programme, die römisches Leben beleuchten, dem Krieg nachspüren, dem Spielen huldigen:

«Der Blick auf das antike Rom zeigt den Aufstieg und Fall eines Imperiums, Macht und Überfluss, aber auch die Zerbrechlichkeit von Ordnungen, die lange unerschütterlich erscheinen. Von hier führt eine musikalische Spur ins Europa des 20. Jahrhunderts – in eine Zeit, in der Europa zwischen Aufbruch und Abgrund steht.

Das erste Programm richtet den Blick auf Wien vor dem Ersten Weltkrieg – auf eine Stadt voller Träume, Eleganz und kultureller Blüte. Musik wird hier zum Spiegel einer Welt, die sich ihrer selbst sicher scheint und gerade deshalb ihre eigenen Widersprüche in sich trägt. Von Schumanns Faschingsschwank aus Wien über nostalgische Alt-Wiener Tanzweisen bis zu Ravels La Valse entfaltet sich eine musikalische Bewegung: Aus Leichtigkeit wird Erinnerung, aus Tanz wird Auflösung. Der Wiener Walzer, einst Inbegriff von Glanz und gesellschaftlicher Ordnung, gerät bei Ravel aus dem Takt und zerfällt vor unseren Ohren.

Das zweite Programm führt in eine andere Wirklichkeit. Im Mittelpunkt steht Sergej Prokofiews Sonate Nr. 8, die dritte und letzte der sogenannten Kriegssonaten. Entstanden während des Zweiten Weltkriegs, trägt sie die Spannung und Härte einer Zeit in sich, in der Hoffnung und Menschlichkeit unter enormen Druck geraten. Ihre Musik erzählt nicht von Heldentum, sondern lässt die Erfahrung des Krieges unmittelbar spürbar werden: Unruhe, Erschöpfung, Bedrohung und die verzweifelte Suche nach Halt.

Beide Programme erzählen von Welten, die sich verändern – und davon, was Musik bewahren kann, wenn Gewissheiten zerbrechen. Zwischen Tanz und Gewalt, Rausch und Ernüchterung entsteht ein musikalischer Bogen von Wien vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Kriegsjahre des 20. Jahrhunderts.»
 

Aufführungen
Mulegns | Post Hotel Löwe

Solo Piano Herbst – Schumann / Ravel
18 | 20 | 25 September | 2 Oktober 2026 | 17 Uhr
9 Oktober 2026 | 15 Uhr

Solo Piano Herbst – Prokofiew
19 | 27 September | 4 Oktober 2026 | 17 Uhr
11 Oktober 2026 | 15 Uhr

Giulio Cesare

giulio cesare | herbstliche neuinterpretation

 

Im Zentrum der Oper Giulio Cesare in Egitto von Georg Friedrich Händel stehen Macht, Rache und Verführung. Geschwister kämpfen um den Thron, ein Sohn sucht den Mörder seines Vaters, ein Feldherr sinnt auf Vergeltung, eine fatale Liebesbeziehung endet im Tod. Die sommerliche Inszenierung richtete den Blick auf die grossen Gefühle und die menschlichen Abgründe der barocken Figuren. Leidenschaft, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung verdichteten sich zu einem fein gesponnenen Geflecht menschlicher Empfindungen – bildstark inszeniert, am Flügel begleitet, in einen zeitgenössischen Kontext gesetzt.

Für die herbstliche Neuinterpretation des Werkes verlässt Giulio Cesare die kalte Burg und zieht in die Clavadeira ein. Während die Inszenierung in der Burg mit grossen Lichtbildern arbeitete, widmet sich die Clavadeira dem Momentum der Macht und setzt Giulio Cesare in einen kompromisslosen zeitgenössischen Kontext, der vom willkürlichen Machtgebaren der neuen Cäsaren erzählt.

Aufführungen
Riom | Clavadeira | 17 Uhr
9 | 10 | 11 | 16 | 17 | 18 Oktober 2026